Tignale
 
Das Dorf Tignale liegt auf der nordwestlichen Seite des Gardasees. Es thront auf einer Hochebene, die majestätisch den See überragt und den zahlreichen Touristen, die hier zu jeder Jahreszeit das Schauspiel genießen, einen einmaligen Ausblick bietet: an klaren Tagen können Sie den See bis zur Südküste hin bewundern.

Das Gemeindegebiet von Tignale liegt im Naturpark des Oberen Gardasees (Parco dell'Alto Garda Bresciano), und bietet Ihnen, nicht zuletzt auf Grund seines milden Klimas, zahlreiche Wandermöglichkeiten in die Berge, die beim Erwachen der Natur im Frühling und im Herbst, wenn die Farben kräftig gegen den See abstechen, einen ganz besonderen Reiz haben. Die Umgebung von Tignale bietet Ihnen mannigfaltige Möglichkeiten, die Natur zu genießen: Beim Wandern, Reiten oder mit dem Mountainbike.

Dank der Nähe zum See können Sie aber auch zahlreiche Wassersportarten ausüben: vom Segelsport bis zum Wind- und Kitesurfen: Surfer bezeichnen dieses Gebiet dank seiner Windsicherheit zu Recht als ein wahres Paradies. Und die faszinierenden Dolomitgebirge laden zum Free-Climbing, Paragleiten,Canyoning und zu Mountainbike-Touren ein.

Tignale ist auch ideal für alle, die ihren Aufenthalt mit einem Besuch in einer der zahlreichen Kunststädte Norditaliens verbinden möchten, welche durch ihre Nähe zu einem Tagesausflug einladen: Verona, Brescia, Mailand und Venedig.

 
Die Wallfahrtskirche Montecastello
 

Tignale ist der ideale Urlaubsort, wenn Sie Ihrem Körper und Ihrem Geist Erholung und Entspannung gönnen wollen, denn hier finden Sie zahlreiche Stellen, wo Sie wunderbar die Seele baumeln lassen können.

Eine davon ist die Wallfahrtskirche Madonna di Montecastello, die auf einem urigen Felsen liegt, der schroff zum See abfällt: von hier aus haben Sie einen wahrhaft einmaligen und unvergleichlichen Ausblick über den ganzen See.

Die Wallfahrtskirche besteht aus einer romanisch-gotischen Unteren Kirche mit Fresken aus dem späten 15. Jh. und einer Oberen Kirche im Barockstil mit vergoldeten Holzschnitzereien.

Gleich dahinter liegt die Einsiedelei (Eremo), ein geistliches Zentrum für Seminare und Meditation.

 
Der Hafen von Tignale (Prà de la fam)
 

Pra de la fam, wörtlich die Hungerwiese, ist das Fleckchen Boden am Hafen von Tignale.
Diese Bucht, von der in der Vergangenheit der einzige Verbindungsweg zwischen dem Dorf und den wichtigsten Küstenorten des Gardasees ausging, bot so manchem Schiffer Schutz, wenn unvorhergesehen ein Sturm den See peitschte.

Zudem beherbergte sie zwischen dem Hohen Mittelalter und dem 19. Jahrhundert eine in die Felsen gehauene Klause, die auch aus architektonischer Sicht überaus interessant war.

Heute befindet sich hier ein herrliches Exemplar einer Limonaia, jener charakteristischen Zitronengewächshäuser, welche die Landschaft am nordwestlichen Gardasee kennzeichnen.

 
Besucherzentrum des Naturparks (Prabione)
 

Wenn Sie sich ein eingehenderes Bild über die Landschaft und Geschichte oder die kunsthistorischen, sozialen und wirtschaftlichen Gegebenheiten der Bergwelt um Tignale machen wollen, dann empfehlen wir Ihnen einen Rundgang durch das Besucherzentrum in Prabione, denn hier befinden Sie sich mitten im Herzen des Naturparks Gardasee.
Tauchen Sie ein in die magische Atmosphäre und lernen Sie die mannigfaltigen Aspekte dieser Landschaft kennen: die sonnige Mittelmeervegetation, die so gut zu den charakteristischen Zügen der alpinen Flora passt, die Stille, die Ruhe und den Duft des Waldes, die reiche Fauna, die Spuren der Vergangenheit, welche man in den alten Kalköfen, Zitronengewächshäusern und Almen wieder findet, oder verfolgen Sie die Entwicklung des Fremdenverkehrs im letzten Jahrhundert.

Mit diesen Kenntnissen wird es noch reizvoller sein, die Natur und ihre Farben, den See und die Berge auf den zahlreichen Wanderwegen und Maultierpfaden zu Fuß oder mit dem Mountainbike zu entdecken.

Einheimisches Olivenöl, Trüffeln, Kastanien, Grappa, der charakteristische Fleischspieß und frisch gefangener Gardaseefisch verleihen der Küche ihren einmaligen Reiz und den unverfälschten Geschmack alter Zeiten.

 
Die Zitronengewächshäuser
 
An der Zitronenküste zwischen Limone und Salò sieht man zahlreiche Bauten, die den Besucher immer wieder überraschen: hohe Steinpfeiler, die sich im Sommer ‚nackt' gegen den Himmel strecken, im Winter als Gerüst für riesige Fenster dienen. Diese weltweit einmaligen architektonischen Exemplare nennen sich Limonaia und verraten die rege Tätigkeit der Vergangenheit, den Zitronenanbau. Der Ursprung der Zitronengärten geht auf das 13. Jahrhundert zurück, als die Zitrusfrucht erstmals an den Gardasee kam.

Die Bewohner der Küste, die bis dahin ihr Dasein als Bauern, Schiffsbauer oder Fischer fristeten, wurden zu "Gärtnern". Die Wirtschaft wurde positiv von dieser Veränderung beeinflusst; die Zitronen wuchsen und gediehen, sie waren hochwertiger Qualität und in den mitteleuropäischen Ländern sehr beliebt. Somit wurde der Zitronenanbau am Gardasee zur Handelstätigkeit. Die nördlichen Länder waren die Hauptabnehmer.

Durch die Einigung Italiens und das damit verbundene Wegfallen der Zollgebühren sowie den Ausbau des Transportnetzes erhielten die Zitronen am Gardasee eine starke Konkurrenz aus Süditalien. Die Gummikrankheit, welche die Zitronenbäume im 19. Jahrhundert befiel, war der endgültige Ruin dieses Landwirtschaftszweigs. Was außer den architektonischen Zeugen dieser blühenden Vergangenheit übrig blieb, ist die perfekt renovierte Limonaia am Hafen von Tignale, welche Besuchern zu bestimmten Zeiten offen steht und individuell oder mit Führung besichtigt werden kann.